Die 3-Sekunden-Segmentierung und die Intensität bzw. der Zeitpunkt von Mitteilungen

Die Drei-Sekunden-Segmentierung unseres Bewusstseins

Laut dem Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel ist unser Bewusstsein vergleichbar mit einer Art Fenster, das sich jeweils für zwei bis drei Sekunden öffnet. Unser Bewusstsein strukturiert die Wahrnehmung der Gegenwart in „Drei-Sekunden-Einheiten“, auch bekannt als die Drei-Sekunden-Regel. Demnach fragt sich unser Gehirn etwa alle drei Sekunden: “Was gibt es eigentlich Neues in der Welt?”

Das menschliche Kurzgedächtnis kann Eindrücke von ungefähr drei Sekunden Dauer speichern. Dann werden die Informationen entweder weiterverarbeitet oder sie gehen verloren – wie beispielsweise viele gesprochene Einzelaussagen, die etwa drei Sekunden dauern. Die Verszeile eines Gedichtes, in normalem Tempo gesprochen, dauert ebenfalls etwa drei Sekunden. Diese „Drei-Sekunden-Segmentierung“ des Bewusstseins bedeutet für das Schreiben von Texten, das man auf Schachtelsätze, Negationen und Passivsätze besser verzichten sollte.

Für das Erinnern ist es hilfreich, Dinge inhaltlich so miteinander zu verknüpfen, dass Informationen in die jeweils nächste „Drei-Sekunden-Einheit“ hinübergerettet werden und letztendlich im Langzeitgedächtnis gespeichert werden.

Intensität des Mitgeteilten

Die am lebhaftesten vermittelten Informationen bleiben uns am ehesten in Erinnerung („vividness bias“). Je anschaulicher und je lebendiger Sie Ihre Botschaft rüberbringen, umso nachhaltiger wird sie im Gedächtnis der Zuhörer haften bleiben. Damit wir uns etwas merken, muss es des Merkens würdig sein.

Die Regenbogenpresse nutzt weidlich aus, dass Menschen eher an interessanten Gerüchten als an langweiligen Wahrheiten interessiert sind. Hat sich ein bestimmter Eindruck in den Köpfen festgesetzt, ist es schwer, diesen Eindruck zu ändern – auch wenn sich die externen Fakten längst geändert haben.

Zeitpunkt des Mitgeteilten

Zeitpunkt und Art der Wahrnehmung bestimmen die Wirkung der wahrgenommenen Informationen. Am stärksten beeinflussen uns die zuerst erhaltenen Informationen und die zuletzt erhaltenen Informationen. Die englischen Fachbegriffe hierfür lauten „anchoring bias“, „recency bias“.

Was wir zuerst und zuletzt hören, bleibt also stärker im Gedächtnis hängen als das, was dazwischen liegt. Bringen Sie daher bei einem Vortrag oder einer Präsentation das Wichtigste am Anfang und am Ende. So ist es vorteilhaft, Ihre Kernbotschaft sowohl in den ersten als auch in den letzten Sätzen unterzubringen.

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